Unternehmensgründung Teil 2– Gängige Unternehmensformen im Überblick

Unternehmensgründung Teil 2– Gängige Unternehmensformen im Überblick

Im Rahmen des Gesellschaftsrechts unterstützen wir Unternehmensgründer mit umfangreicher Beratung bei der Wahl der passenden Rechtform. Im Folgenden werden gängige Rechtsformen für Unternehmen kurz erläutert.

Eingetragener Kaufmann (Abkürzung: e.K.)

Wird das Unternehmen von einer Person gegründet, kann die Rechtsform des  Einzelkaufmann / eingetragener Kaufmann gewählt werden und es ist lediglich die Eintragung in das Handelsregister als “eingetragener Kaufmann” notwendig, wobei dieser dann persönlich für Forderungen aus dem Geschäftsbetrieb haftbar gemacht werden kann. Die Rechtsform e.K. ist daher für kleinere und mittlere Unternehmen gut geeignet, bei denen keine größeren Haftungsrisiken für den Inhaber entstehen können.

Offene Handelsgesellschaft (Abkürzung: OHG)

Eine Offene Handelsgesellschaft besteht immer aus mehreren Personen, die ein kaufmännisches Gewerbe betreiben und muss ins Handelsregister eingetragen werden (hier liegt auch der Unterschied zur Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)). Rechte und Pflichten der einzelnen Gesellschafter werden im Gesellschaftsvertrag festgelegt. Für Forderungen aus dem Geschäftsbetrieb haften die Gesellschafter persönlich. Während Gewinne und Verluste werden bei den einzelnen Gesellschaftern steuerlich berücksichtigt werden, haften die Gesellschafter persönlich für entstehende Forderungen aus dem Unternehmensbetrieb. Daher ist die OHG besonders dann als Rechtsform geeignet, wenn alle Gesellschafter durch persönlichen Einsatz das Unternehmen vorantreiben wollen und sich möglicher Haftungsrisiken bewusst sind. Die Vorteile der OHG liegen in den weniger strengen Auflagen für den Gesellschaftervertrag und weniger Buchführungspflicht (im Vergleich zur GmbH). Der Nachteil der OHG ist das Haftungsrisiko der Gesellschafter.

Kommanditgesellschaft (Abkürzung KG)

Im Unterschied zur OHG besteht eine KG nicht nur aus unbeschränkt haftenden Gesellschaftern (in diesem Falle Komplementäre genannt), sondern auch aus Gesellschaftern mit beschränkter, persönlicher Haftung (Kommanditisten). In einer KG hafte die Kommanditisten nur mit ihrem Anteil am Gesellschaftsvermögen und sind dabei nicht an der Geschäftsführung beteiligt. In der Praxis wird die KG oftmals mit einer GmbH so kombiniert, dass der persönlich haftende Komplementär die GmbH ist. Im Ergebnis ist so auch die Haftung auch des Komplementärs beschränkt und die KG als Personengesellschaft unterliegt weniger strengen rechtlichen Anforderungen als die GmbH. Die Abkürzung ist dann GmbH & Co. KG.

Gesellschaft mit beschränkter Haftung (Abkürzung: GmbH)

Die Rechtsform GmbH gehört zu den Kapitalgesellschaften. Die einzelnen Gesellschafter sind als Inhaber der Anteile an der GmbH beteiligt und sie haften für Schulden der Gesellschaft nicht persönlich, sondern nur mit den von ihnen übernommenen Einlagen. Für die Gründung einer GmbH sind strenge Voraussetzungen zu erfüllen, damit potenzielle Gläubiger geschützt werden. Für den Gesellschaftsvertrag gibt es strenge inhaltliche und formelle Vorgaben, auch ein Stammkapital von mindestens 25.000 EUR muss hinterlegt werden. Die Rechtsform der GmbH ist dann ideal, wenn die Gesellschafter nicht über ihre Einlage hinaus ein Haftungsrisiko übernehmen wollen. Nachteilig sind die vergleichsweise hohen Auflagen bzgl. der Buchführung, Bilanzierung und bei der Beschaffung von Finanzmitteln von Kreditinstituten.

Neben den genannten Rechtsformen gibt es noch zahlreiche, weitere Unternehmensformen. Gerne beraten wir Sie detailliert zum Thema Gesellschaftsrecht.

Unternehmensgründung Teil 1– Die Wahl der Unternehmensform

Unternehmensgründung Teil 1– Die Wahl der Unternehmensform

Eine Unternehmensgründung ist mit vielen Fragen und Formalitäten behaftet und auch hier stehe ich Ihnen als Rechtsanwalt und Notar und unabhängiger Rechtsberater zur Seite, denn ein wichtiger Tätigkeitsbereich als Rechtsanwalt und Notar liegt im Gesellschaftsrecht. Eine der wichtigsten Fragen behandelt die Wahl der passenden Rechtsform für das Unternehmen, denn mit der Wahl der Rechtsform hängen zahlreiches andere Bereiche direkt zusammen und sollte entsprechend direkt bei der Gründung des Unternehmens mit beachtet werden: Neben dem Gesellschaftsrecht sollten auch das Handelsbilanzrecht und das Steuerrecht bei der Wahl der Unternehmensform berücksichtigt werden, denn nur so lässt sich die für die individuelle Situation optimale Unternehmensform finden.

Die Frage der Haftung

Auch wenn man sich bei der Existenzgründung nicht immer mit möglichen Problemen oder selbstverschuldeten Schäden beschäftigen möchte, schon von Beginn sollte man die Haftungsfrage detailliert besprechen. Der oder die Unternehmensgründer sollten genau überlegen, inwieweit sie eine Haftung übernehmen können und wollen, wenn es einmal zu Problemen oder auch einer Insolvenz kommen sollte. Wollen sie eine unbegrenzte Haftung eingehen, oder soll die Haftung für einige / alle begrenzt werden – die Antwort auf diese Frage hat einen signifikanten Einfluss auf die Rechtsform des Unternehmens und kann im Gespräch mit dem Rechtsanwalt und Notar umfassend diskutiert und erläutert werden.

Einzelkaufmann, GmbH, OHG uvm. – nicht alle Rechtsformen sind immer möglich

Per Gesetzt gibt es für Unternehmensgründer eine Vielzahl von möglichen Rechtsformen – allerdings sind nicht alle Rechtsformen frei wählbar, sondern hängen zum Teil von bestimmten Voraussetzungen ab. Bei Einzelpersonen, die ein Unternehmen gründen wollen, sind Einzelkaufmann und GmbH gängige Rechtsformen. Sin mehrere Personen an der Unternehmensgründung beteiligt, kann die Rechtsform Einzelkaufmann nicht gewählt werden, so dass hier die GmbH, die Kommanditgesellschaft (KG) oder auch die offene Handelsgesellschaft häufig gewählte Rechtsformen sind. Aufgrund der weitreichenden Konsequenzen aus der Wahl der Rechtsform ist eine eingehende Beratung durch einen Rechtsanwalt und Notar empfehlenswert.

Welchen Namen soll das Unternehmen haben?

Nach der Wahl der Rechtsform ist für die Unternehmensgründung auch die Frage des Namens von Bedeutung. Der passende Unternehmensname hat eine wichtige Bedeutung für die Außendarstellung des Unternehmens seinen späteren Kunden gegenüber und sollte daher wohlüberlegt sein. Ebenso wird das Unternehmen mit diesem Namen in das Handelsregister eingetragen, wobei der Rechtsanwalt und Notar ebenfalls Unterstützung leistet.