Potenzielle Erben dürfen nicht im Testament zu Besuchen verpflichtet werden

Familienangehörige dürfen nicht mit der Aussicht auf ein Erbe zu Besuchen verpflichtet werden – das hast das OLG Frankfurt Anfang 2019 in einen Urteil entschieden. Danach dürfen Familienangehörige nicht mit der Aussicht auf ein zukünftige Erbe zu einer Besuchspflicht gedrängt werden, so das OLG Frankfurt und damit sei das Testament sittenwidrig. Es würde die Erben “unzumutbar unter Druck” setzen, sagte dazu eine Sprecherin des Gerichts. Das Oberlandesgericht in einem Fall, in dem zwei Enkel Beschwerde dagegen eingelegt hatten, nach dem Tod des Großvaters nicht als Erben eingesetzt zu werden. Zuvor hatte dieser in einem handschriftlichen Testament seine Ehefrau und einen Sohn aus erster Ehe als Erben von je einem Viertel des Nachlasses eingesetzt. Der  restliche Teil von 50 Prozent sollte an die beiden Enkel gehen – unter der Voraussetzung, dass diese ihn regelmäßig besuchen würden. Allen Familienmitgliedern war diese Regelung aus dem Testament bekannt. Da aber die Enkel die auferlegte Besuchszahl nicht erfüllten, hatten die Ehefrau und der andere Sohn nach dem Tod des Mannes einen Erbschein beantragt, der ihnen jeweils die Hälfte des Erbes zugestand. Das Nachlassgericht hatte diesem zugestimmt, bevor die beiden Enkel Beschwerde einlegten, welcher dem OLG nun zustimmte. Die eingeforderten regelmäßigen Besuche der Enkelkinder als Voraussetzung für das Erben seien sittenwidrig, urteilte das Gericht.

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