Was sind eigentlich die Aufgaben eines Notars?

Was sind eigentlich die Aufgaben eines Notars?

Im Prinzip kennt jeder den Beruf des Notars, aber wenn man die Leute danach fragt, wann man überhaupt einen Notar benötigt, kommt vielen nur der Immobilienkauf in den Sinn. Allerdings ist der Notar viel mehr als nur jemand, der bei Käufen von Immobilien tätig wird, denn ganz allgemein ist ein unparteiischer Berater in komplizierten und folgenreichen Rechtsangelegenheiten zur Verfügung. Damit geht das Tätigkeitsgebiet eines Notars weit über die reinen Immobilienverträge hinaus. Die Gestaltung von Rechtsbeziehungen und der Ausgleich von Interessen mehrerer Parteien innerhalb eines Rechtverhältnisses ist dabei eine zentrale Aufgabe von Notaren.

Der Gesetzgeber hat in vielen Fällen die Hinzunahme eines Notars vorgeschrieben

Der Gesetzgeber hat für eine Vielzahl von Rechtsgeschäften die Beurkundung durch einen Notar sogar als zwingend notwendig vorgeschrieben: Generell kann man sagen, dass ein Notar immer dann hinzugezogen werden muss, wenn die persönlichen und wirtschaftlichen Folgen der Beteiligten aus der Rechtbeziehung weitreichend sind.

In vielen Bereichen ist ein Notar empfehlenswert / vorgeschrieben – hier einige Beispiele

Daraus ergeben sich folgende Rechtsgeschäfte, bei denen ein Notar entweder gesetzlich erforderlich ist, oder es wenigstens sehr empfehlenswert ist, einen Notar hinzuzuziehen:

Wie man hier erkennen kann, ist ein Notar in wesentlich mehr Bereichen tätig, als nur dem Immobilienkauf. Als Notar in Ahaus stehen wir Ihnen gerne in den oben genannten Bereichen zur Verfügung – sprechen Sie uns an, wir freuen uns über Ihre Nachricht.

Partnerschaftsverträge – ideal um für Unverheiratete den Fall einer Trennung zu regeln

Partnerschaftsverträge – ideal um für Unverheiratete den Fall einer Trennung zu regeln

Immer mehr Lebensgemeinschaften entscheiden sich für ein Zusammenleben auch ohne eine Heirat. Was in einer Ehe ein Ehevertrag regelt, kann für Unverheiratete ein sogenannter Partnerschaftsvertrag regeln – wie bspw. Punkte zur Unterhaltspflicht, ein Vermögensausgleich uvm.

War der Ehevertrag früher eher die Ausnahme, ist er heute vielfach schon Normalität in einer Ehe, denn so werden alle wichtigen Punkte für den Fall einer Trennung vertraglich festgelegt und eine eventuelle Scheidung geht dann meistens für alle Beteiligten geordneter und mit weniger Ungemach einher. Eine ähnliche Möglichkeit bietet sich für Unverheiratete mit einem sogenannten Partnerschaftsvertrag.

Streitpunkte können im Partnerschaftsvertrag geklärt werden

In Rahmen eines Partnerschaftsvertrages kann man zahlreiche Punkte frühzeitig klären, die im Falle einer Trennung für Streitigkeiten sorgen können. Typische Beispiele sind die Umgangsrechte für die Kinder, wie man mit gemeinsam erworbenen Immobilien verfahren möchte oder auch wer bspw. den Hund behalten darf.
Neben Streitpunkten sind es zudem die Punkte des Alltags, die in einem Partnerschaftsvertrag festgehalten werden: Diese sind zum Beispiel, wer laufende Kosten für Versicherungen oder Haushalt tragen muss.

Vermögensverteilung und Unterhaltszahlungen in Partnerschaftsverträgen

Natürlich gehören auch die klassischen Punkte aus einem Ehevertrag zum Inhalt von Partnerschaftsverträgen. Die Verteilung des Vermögens, aber auch die Aufteilung von Schulden kann hier geklärt werden, genauso wie die im Falle einer Trennung eine Unterhaltszahlung erfolgen soll. All diese Punkte zu einem Zeitpunkt zu klären, wenn die Beziehung noch harmonisch ist, verhindert später sehr viel Ärger und Streitigkeiten, unter denen meistens alle Beteiligten nur leiden.

Notar als neutraler Vermittler empfehlenswert

Auch wenn ein Notar bei vielen Partnerschaftsverträgen gesetzlich nicht notwendig ist (außer es geht um eine Schenkung bzw. Übertragung von Immobilien), so ist es doch empfehlenswert, bei der Erstellung des Partnerschaftsvertrages einen Notar als neutralen Berater hinzuziehen, so dass die Interessen beider Parteien gleichermaßen im Partnerschaftsvertrag berücksichtigt werden.

Wichtige Begriffe rund um das Thema Betreuung

Wichtige Begriffe rund um das Thema Betreuung

Beim Thema Vorsorge und Vollmachten ist neben der Vorsorgevollmacht und der Patientenverfügung auch eine Betreuungsverfügung ein wichtiges Dokument, dass eigentlich jeder für sich erstellen sollte. Was aber ist eine Betreuung überhaupt und was beinhaltet so eine Betreuungsverfügung? Das erläutert der heutige Beitrag.

Was ist Betreuung und wann wird diese benötigt?

Die Betreuung wird notwendig, wenn Volljährige, die aufgrund einer psychischen Erkrankung oder Behinderung deren Rechtsgeschäft nicht mehr eigenständig erledigen können. Dann wird vom Betreuungsgericht ein Betreuer als Vertreter bestellt. Wenn eine Vorsorgevollmacht hinterlegt ist, kann der darin Bevollmächtigte die Betreuung übernehmen.

Betreuungsgerichte klären die notwendigen Fragen rund um das Thema Betreuung

Wenn ein Volljähriger wegen der oben genannten Gründe die eigenen Geschäfte nicht mehr erledigen kann und eine Betreuung notwendig ist, sind sogenannte Betreuungsgerichte zuständig für die Klärung von Rechtsfragen bezüglich der Betreuung. Ein Betreuungsgericht bestellt bspw. einen Betreuer und ordnet einen Einwilligungsvorbehalt an, kann aber auch bspw. die Unterbringung von psychisch Kranken in entsprechenden Einrichtungen bestimmen und Pflegschaften regeln.

Betreuungsverfügung – dient der Gestaltung der Betreuung

Eine Betreuungsverfügung dient, im Unterschied zu einer Vorsorgevollmacht, nicht der Vermeidung einer Betreuung, sondern der Gestaltung einer vom Gericht angeordneten Betreuung. Die Betreuungsverfügung kann dann bspw. Wünsche zur Auswahl des Betreuers und zur Durchführung der Betreuung enthalten. Die Betreuungsverfügung ist für das Betreuungsgericht dem zugeteilten Betreuer dann bindend, wenn die schriftlich niedergelegten Wünsche nicht dem Wohl des Betreuten schaden.

Gerne beraten wir Sie als Notar auch bei der Verfassung einer Betreuungsverfügung – sprechen Sie uns an.

Auch die Stiftung Warentest rät: Vollmachten und Verfügungen beim ZVR hinterlegen

Auch die Stiftung Warentest rät: Vollmachten und Verfügungen beim ZVR hinterlegen

Vorsorgevollmachten, Patientenverfügungen oder Betreuungsverfügungen gehören zu den wichtigsten Dokumenten für die rechtliche Vorsorge und eigentlich sollte jeder rechtzeitig daran denken, diese zu erstellen. Neben den formalen und rechtlichen Rahmenbedingungen, die dabei beachtet werden sollten, gibt es aber auch ganz praktische Dinge, die man bei der Hinterlegung der verschiedenen Vollmachten und Verfügungen nicht vergessen darf: Kommt es zu dem Fall, dass diese Dokumente von Ärzten, Gerichten oder anderen Instanzen benötigt werden, sollte der problemlose Zugriff sichergestellt werden bzw. muss deren Existenz überhaupt bekannt sein. Wenn die Vollmachten und Verfügungen zuhause in der Schublade liegen, das Betreuungsgericht davon aber bspw. keine Kenntnis hat, kann es bei den notwendigen Entscheidungen die Dokumente auch nicht berücksichtigen – ebenso wenig die Ärzte im Krankenhaus.

Zentrales Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer

Um so einem Fall vorzubeugen hat die Bundesnotarkammer das Zentrale Vorsorgeregister (ZVR) eingerichtet, wo Vollmachten und Verfügungen hinterlegt werden können. Das Betreuungsgericht hat Zugriff auf das ZVR und hier können alle Personen, die ihre rechtliche Vorsorge regeln, eintragen lassen, wer bspw. der Bevollmächtigte ist bzw. wer als Betreuer vorgeschlagen wird. Ebenso wird im ZVR vermerkt, ob derjenige eine Patienten- oder Betreuungsverfügung verfasst hat. Auch die Stiftung Warentest rät daher, diese Dokumenter hier zu hinterlegen.

Notar hilft bei der Erstellung von Vollmachten und Verfügung

Als Notar in Ahaus unterstützen wir Sie nicht nur bei der formal und juristische korrekten Erstellung von Vorsorgevollmacht, Patienten- und Betreuungsverfügung, sondern kümmern uns ebenfalls um die Hinterlegung der Daten im Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer, so dass für den Fall, dass diese Dokumente benötigt werden, der Zugriff für Gerichte und Ärzte immer sichergestellt ist.

Verzicht auf Erbe für die Aussicht auf einen Sportwagen unwirksam

Verzicht auf Erbe für die Aussicht auf einen Sportwagen unwirksam

Die Regelung der Erbfolge ist Gebiet, bei dem es innerhalb der Familie immer wieder zu Streitigkeiten kommt. In einem aktuellen Urteil aus dem Erbrecht hat das OLG Hamm jetzt einen Erbverzicht für unwirksam erklärt, den ein Sohn kurz nach seiner Volljährigkeit gegenüber dem Vater erklärt hatte, weil der Vater die jugendliche Unerfahrenheit ausgenutzt hätte.

Erbverzicht für die Aussicht auf einen Sportwagen ist unwirksam

Im konkreten Fall ging es um einen Mitinhaber eines Dentallabors und Zahnarzt, der seinen Sohn (bei der geschiedenen Mutter aufgewachsen) mit der Aussicht auf einen schnellen Sportwagen dazu bewogen hatte, einen Erbverzicht zu unterzeichnen. Allerdings sollte der diesen Wagen nur unter großen Auflagen und nach sieben Jahren bekommen. Diesen Punkt hielt das Gericht für zu nachteilig und der Vater habe hier nur an sich und nicht an seinen Sohn gedacht, so dass der Erbverzicht für unwirksam erklärt wurde.

Erstelleung von Testamenten und Erbverträgen mit notarieller Unterstützung

Das ist nur eine Stilblüte, die die Gestaltung des Nachlasses und der Erbfolge nehmen kann. Um Streitigkeiten während der Testamentsgestaltung und auch nach Ableben des Erblassers unter den Erbnehmern zu vermeiden, sollte das sowohl die Erstellung des Testaments, wie auch dessen Vollstreckung idealerweise durch eine neutrale Stelle begleitet werden. Als Notar sind wir zu Neutralität verpflichtet und können darüber hinaus sicherstellen, dass ein Testament rechtssicher formuliert wird. Durch die Hinterlegung des Testaments im zentralen Testamentsregister können amtlich verwahrte Testament und Erbverträge im Bedarfsfall schnell und sicher augefunden werden.

Sie überlegen, ein Testament aufsetzen zu lassen oder benötigen sonstige Hilfe aus dem notariellen Bereich? Wir beantworten Ihnen gerne Ihre Fragen zu den anfallen Notarkosten – sprechen Sie uns an!

Bei einem gemeinsamen Testament: Ein Datum reicht

Bei einem gemeinsamen Testament: Ein Datum reicht

Vererben und das Aufsetzen eines rechtsgültigen Testaments ist nicht einfach und daher gehört es zu den häufigsten Aufgaben eines Notars, bei der korrekten Ausgestaltung und Formulierung zu unterstützen, sowie die Unterschriften zu beurkunden. Wegen der vermeintlich hohen Notarkosten für ein Testament erstellen aber auch heutzutage noch viele Menschen ihre Testmantes ohne notarielle Unterstützung.

Strenge Vorgaben bei der Formulierung eines Testaments

Bei der Formulierung eines Testaments müssen Laien strenge Regeln und Formalien beachten, sonst kann so ein Testament schnell angefochten werden und es verliert seine Gültigkeit. Dann tritt anstelle des Testaments die gesetzliche Erbregelung und nicht selten ist dass dann der Beginn von Streitigkeiten unter den Erben.

Ein Datum reicht bei gemeinsamen Testament von Eheleuten

Lange Zeit war auch unklar, ob bei einem gemeinsamen Testament von Eheleuten neben beiden Unterschriften ein Datum vorhanden sein muss oder ob es ausreicht, wenn neben einer Unterschrift das Datum steht. In einem Urteil aus dem Erbrecht hat das OLG Düsseldorf jetzt entschieden, dass es ausreicht, wenn neben einer Unterschrift ein Datum vorhanden ist. Entscheidend ist dabei, dass es sich um ein gemeinschaftliches Testament handelt und sich beide gegenseite als alleinige Erben einsetzen.

Notarielle Unterstützung bewahrt vor Fehlern und Erbstreitigkeiten

Auch wenn es für Laien möglich ist, das Testament selbst zu formulieren, mit einem notariellen Testament hat man mehrere Vorteile: Auf der einen Seite schützt die rechtssichere Formulierung vor Streitigkeiten unter den Erbnehmern. Gleichzeitig wird das Testament in der Regel zentral hinterlegt, so dass es im Bedarfsfall ohne Problem auffindbar ist. Da auch die Kosten für ein Testament wesentlich geringer sind, also von vielen angenommen (die Notarkosten für ein Testament sind fest geregelt; Beispiele für die Kosten haben wir in einem früheren Beitrag erläutert), sollte man sich immer überlegen, ob sich diese Investition nicht lohnt, um eine klare und sichere Erbfolge zu gewährleisten.

Sie überlegen, ein Testament aufsetzen zu lassen oder benötigen sonstige Hilfe aus dem notariellen Bereich? Wir beantworten Ihnen gerne Ihre Fragen zu den anfallen Notarkosten – sprechen Sie uns an!

Notarkosten für ein Testament

Notarkosten für ein Testament

Ein korrekt gestaltetes Testament bewahrt im Todesfall vor Unklarheiten und evtl. aufkommenden Erbstreitigkeiten, daher sind die Leistungen rund um die Beratung und Erstellung eines Testaments eine der häufigsten Notarleistungen, die in Anspruch genommen werden. Viele Menschen scheuen aber die vermeintlich hohen Kosten, die durch ein notariell beglaubigtes Testament anfallen – zu Unrecht, wie das folgende Berechnungsbeispiel zeigt.

Notarielle Leistungen rund um ein Testament

Das Aufsetzen eine Testaments umfasst in der Regel mehrere Schritte, die vom Notar begleitet werden: Angefangen von der Beratung über das Aufsetzen des Schriftstücks bis hin zur Beurkundung begleitet der Notar den kompletten Prozess. Im zentralen Testamentsregister wird das Testament hinterlegt, so dass im Todesfall das Auffinden des Testaments sichergestellt wird. Auch kann ein öffentliches Testament eine Erbschein ersetzen, der sonst häufig mehr kostet, als das eigentliche Testament.

Berechnungsgrundlage ist das Reinvermögen des Testierenden

Anders als bspw. beim Kauf einer Immobilie ist die Festsetzung des Geschäftswertes beim Testament nicht ganz so einfach. Als Berechnungsgrundlage wird das Reinvermögen des Testierenden angenommen. Das Reinvermögen ist die Differenz aus Aktivvermögen (Vermögengegenstände, Barbestände, Wertpapiere etc.) und Verbindlichkeiten, wobei maximal die Hälfte des Aktivvermögen durch Verbindlichkeiten gemindert werden kann. Wie bei anderen Notarkosten auch, ist mit den Notarkosten für ein Testamant der gesamte Prozess abgegolten, also Beratung, Aufsetzen des Schriftstücks, Beurkundung etc.

Beispiel1 : Notarkosten für ein Einzeltestament bei einem Reinvermögen von 150.000€. Hier erhält der Notar eine volle Gebühr nach KV 21200 GNotKG in Höhe von 354,00€.

Beispiel 2: Notarkosten für ein gemeinschaftliches Testamens bzw. einen Erbvertrag mit einem Reinvermögen von 250.000€. Hier wird eine doppelte Gebühr nach KV 21200 GNotKG in Höhe 1070€ berechnet.

Zu den o.g. Notarkosten kommen in der Regel noch Pauschalen für Dokumente, Porto und Telekommunikation, und die Registrierung im Testamentsregister, die sich in meistens im Bereich von 30-40€ bewegen. Alle Kosten sind zzgl. der aktuell gültigen MwSt. Einen Gebührenrechner für Notarkosten finden Sie auch bei der Bundesnotarkammer zum Download: Gebührenrechner Notarkosten (Excel; ab Version 2007)

Zur Info: Ein Erbschein kostet im Vergleich zu Beispiel 1 den doppelten Satz, also 708€ zzgl. MwSt.

Sie überlegen, ein Testament aufsetzen zu lassen oder benötigen sonstige Hilfe aus dem notariellen Bereich? Wir beantworten Ihnen gerne Ihre Fragen zu den anfallen Notarkosten – sprechen Sie uns an!

Notarkosten – Berechnung & Beispiele

Notarkosten – Berechnung & Beispiele

In einem früheren Beitrag haben wurde bereits erläutert, dass die Notarkosten gesetzlich festgeschrieben sind und im sogenannten Gerichts- und Notarkostengesetz festgelegt werden. Dieses Gebührensystem bietet jedem die Möglichkeit, die notariellen Leistungen in Anspruch zu nehmen. Das besondere bei diesem Gebührensystem ist, dass nicht nach Aufwand oder bspw. Anzahl der Termine die Gebühren berechnet werden, sondern die Bedeutung und der Wert des jeweiligen Geschäfts die Höhe der Notarkosten bestimmen.

Strenge Vorgaben und gleichzeitige Flexibilität bei den Notarkosten

Im Gerichts- und Notarkostengesetz wird für jedes Geschäft ein Gebührensatz festgelegt, auf dessen Basis und dem jeweiligen Geschäftswert die konkreten Notarkosten berechnet werden. Mit dieser Gebühr werden alle Leistungen abgegolten – die Beratung, das Aufsetzen der Urkunde wie auch die eigentliche Beurkundung. Um auch für individuelle Situationen passende Gebührenmodelle bieten zu können, in denen die festen Vorgaben der obigen Regelung unangemessen sind, gibt es auch eine Rahmengebühren-Regelung, die für eine Flexibilität sorgen, von der Mandant und Notar im Einzelfall profitieren können.

Berechnung von Notarkosten – Beispiel Wohnungskauf

Der Kauf einer Immobilie ist eine der häufigsten Gründe, dass ein Notar hinzugezogen wird, denn die notarielle Beurkundung dieses Geschäftes ist gesetzlich vorgeschrieben. Die Notarkosten richten sich streng nach dem Wert der Immobilie, so dass der Käufer der Eigentumswohnung bereits vor dem Kauf mit diesen Kosten kalkulieren kann. Neben der eigentlichen Beurkundung gehören zu den Aufgaben eines Notars bei Kauf einer Wohnung auch die zahlreichen behördlichen Korrespondenzen, Genehmigungen, Löschungsbewilligungen etc. Auch die Überwachung der Kaufpreiszahlung und Eigentumsumschreibung zählen zu den Aufgaben eines Notars beim Immobilienkauf.

Angenommen, die Wohnung hat einen Kaufpreis von 200.000€, dann fallen folgende Positionen an:

  1. Entwurf des Kaufvertrages und rechtliche Beratung (doppelte Gebühr nach doppelte Gebühr nach KV Nr. 21100 GNotKG): 870,00€
  2. Vollzug in Form der Einholung und Entwurf der Genehmigungen und Löschungsbewilligungen (halbe Gebühr nach KV Nr. 22110 GNotKG): 217,50€
  3. Betreuung des Kaufes in Form von Überwachung der Kaufpreiszahlung und Eigentumsumschreibung (halbe Gebühr nach KV Nr. 22110 GNotKG): 217,50€

In Summe würden die Notarkosten sich also auf 1305€ zzgl. 19% MwSt. belaufen. Darüber hinaus werden in der Regel noch Auslagen für Porto, Dokumentenpauschalen  etc. in Höhe von 30€ berechnet, so dass die Notarkosten für einen Wohnungskauf sich auf ca. 1588,65€ (inkl. MwSt.) belaufen. Einen Gebührenrechner für Notarkosten finden Sie auch bei der Bundesnotarkammer zum Download: Gebührenrechner Notarkosten (Excel; ab Version 2007)

Sie planen den Kauf einer Immobilie oder benötigen sonstige Hilfe aus dem notariellen Bereich? Wir beantworten Ihnen gerne Ihre Fragen zu den anfallen Notarkosten – sprechen Sie uns an!

Schenkung – eine gute Möglichkeit, Vermögen bereits zu Lebzeiten zu übertragen

Schenkung – eine gute Möglichkeit, Vermögen bereits zu Lebzeiten zu übertragen

Die Schenkung ist neben dem Vererben eine Möglichkeit, Vermögen auf die nächste Generation zu übertragen. Im Unterschied zum Vererben erfolgt die Schenkung bereits zu Lebzeiten. Bei der Schenkung ist eine Reihe von Rahmenbedingungen und Optionen zu beachten, daher werden Schenkungen in der Regel auch von Notaren begleitet, um eine rechtliche Sicherheit und gleichzeitig wunschgemäße Ausgestaltung der Schenkung zu gewährleisten und häufig auch steuerliche Vorteile zu ermöglichen. Bspw. können mit Schenkungen auch Erbfolgen beeinflusst werden (sogenannte vorweggenommene Erbfolge).

Gleichzeitig bedürfen nicht nur komplexe Übertragungen von Geschäftsanteilen, Grundbesitz und auch Erbanteilen einer Beurkundung durch den Notar, denn die Konsequenzen der Schenkung sind signifikant: Einmal durch Schenkung übertragenes Vermögen kann in der Regel nur sehr eingeschränkt zurückgefordert werden. Gleichzeitig gibt es – neben den steuerlichen Vorteilen – mit der Vermögensübertragung eine Reihe von weiteren Vorteilen, die im Rahmen einer Schenkung realisiert werden können. Bspw. kann im Übertragungsvertrag sichergestellt werden, dass der Schenkende versorgt wird. Ebenso können durch Schenkungen Pflichtanteilsansprüche von Dritten beschränkt werden. Nicht zuletzt sind die steuerlichen Vorteile ein häufiger Grund, Schenkungen vorzunehmen, weil Freibeträge durch die zeitliche Verteilung mehrfach genutzt werden können.

Als Notar beraten wir Sie umfassend zum Thema Schenkung und entwickeln gemeinsam mit Ihnen genau das Modell, dass Ihren Wünschen entspricht – selbstverständlich unter Berücksichtigung der steuerlichen Vorteile und optimalen Ausgestaltung von Schenkung, Nachlass, Erbfolge etc. In umfangreichen Gesprächen erarbeiten wir gemeinsam Ihre Bedürfnisse und gestalten den Vertrag entsprechend.

 

Beglaubigung von Dokumenten

Beglaubigung von Dokumenten

Die Beglaubigung von Dokumenten gehört zu den Aufgaben eines Notars und selbstverständlich nehmen auch wir die Beglaubigung vor.  Allerdings gibt es Unterscheide bei den Beglaubigungen und der die jeweilige Beglaubigung durchführt – daher erläutern wir heute die Details rund um das Thema Beglaubigung.

Was ist überhaupt eine Beglaubigung und welche Formen gibt es?

Bei einer Beglaubigung handelt es sich um eine Bescheinigung der Richtigkeit einer Unterschrift oder Abschrift. Unterschieden wird dabei zwischen einer öffentlichen Beglaubigung und einer amtlichen Beglaubigung. Während amtliche Beglaubigungen dazu dienen, die Beweiskraft von Unterlagen bei der Vorlage bei einer Behörde zu bescheinigen, dienen öffentliche Beglaubigungen als Formfordernis für bestimmte Rechtsgeschäfte. Dabei muss die Erklärung schriftlich verfasst werden und die Beglaubigung notariell durchgeführt werden.

Wer darf Beglaubigungen durchführen?

Nach der jeweilig notwendigen Beglaubigung richtet sich auch die Institution / Person, die eine Beglaubigung durchführen darf. Amtliche Beglaubigungen dürfen von landesrechtliche ermächtigten Behörden durchgeführt werden. Öffentliche Beglaubigungen dürfen in der Regel nur vom Notar durchgeführt werden, wobei es hier länderspezifische Ausnahmeregelungen gibt.

Was muss beglaubigt werden?

Eine Reihe von Eintragungen und Anmeldungen in öffentliche Register müssen öffentlich – also vom Notar beglaubigt werden  (wie z. B. die Eintragung ins Handelsregister). Auch Grundbucheintragungen gehören zu den klassischen und bekannten Rechtsgeschäften, die einer notariellen Beglaubigung bedürfen.

Wo ist der Unterschied zur Beurkundung?

Bei einer Beglaubigung wird die Korrektheit der Abschrift bestätigt, so dass sich die Beglaubigung nicht auf den Inhalt eines Dokuments bezieht. Im Gegensatz dazu bezieht sich die Beurkundung – die auch zu den Aufgaben eines Notar zählt – auf die inhaltliche Ausgestaltung eines Dokuments.

Auch wir übernehmen für Sie Beglaubigungen – sprechen Sie uns an, wir helfen Ihnen gerne weiter.