Beurkundung von Verträgen & Rechtsgeschäften

Wenn man an die notariellen Aufgaben denkt, kommen vielen die Begriffe Beglaubigung und Beurkundung in den Sinn. Was diese beiden Begriffe aber genau umfasst und wo die Unterschiede liegen, ist vielen nicht klar, daher erläutert der heutige Beitrag die wichtigsten Punkte einer Beurkundung (die Beglaubigung von Dokumenten wurde im letzten Beitrag bereits erläutert).

Was ist eine Beurkundung?

Die Beurkundung ist die strengste gesetzliche Formvorschrift in Deutschland und ein gesetzliches Formerfordernis im Rechtsverkehr. Bestimmte Verträge oder Urkunden müssen zwingend von einem Notar in abgefasst und den an den Verträgen oder Urkunden Beteiligten vorgelesen, sowie bei Bedarf erläutert werden. Die Beteiligten unterzeichnen dann in Anwesenheit des Notars die Urkunde. Dieser strenge Rahmen einer Urkunde wird nicht für alle Rechtsgeschäfte benötigt, sondern nur für diejenigen Rechtsgeschäfte, die für die Beteiligten besonders folgenreich sein können. Einfache Kaufverträge sind bspw. in der Regel nicht beurkundungspflichtig.

Welche Rechtsgeschäfte müssen beurkundet werden?

Wie oben bereits erläutert sind besonders folgenreiche Rechtsgeschäfte zu beurkunden. Dazu zählen unter anderem Grundstückskäufe, Vermögensübertragungen, Schenkungsversprechen, Eheverträge, Erberträge, Erbverzichtsverträge, öffentliche Testamente uvm. Neben diesen privatrechtlichen Rechtsgeschäften sind auch Bereiche aus  dem Gesellschaftsrecht notariell zu beurkunden.

Was passiert, wenn solche Rechtsgeschäfte nicht beurkundet werden?

Herrscht für eine Rechtsgschäft eine gesetzliche Pflicht zur Beurkundung und erfolgt diese nicht, sind die abgeschlossenen Verträge nicht und entsprechend nicht rechtskräftig. Bei einigen Rechtsgeschäften gibt es hier zwar Ausnahmen (wenn die Rechtsgeschäfte erfüllt oder vollzogen werden), allerdings sollte für eine Sicherheit aller Beteiligten die gesetzliche Beurkundungspflicht immer beachtet werden.

Wer bekommt die Urkunde nach einer Beurkundung?

Die sogenannte Urschrift verbleibt nach einer Beurkundung beim Notar, die Beteiligten Parteien erhalten entweder vollstreckbare Ausfertigungen oder auch beglaubigte Abschriften.

Wir stehen Ihnen im Bereich Beurkundungen für Fragen gerne zur Verfügung – sprechen Sie uns an, wir helfen Ihnen gerne weiter.