Aufgaben und Kosten eines Testamentsvollstreckers

Um den Nachlass möglichst problemlos und ohne Streit der Erben zu organisieren, sind verschiedene Schritte empfehlenswert: Auf der einen Seite sollte die Vermögensnachfolge durch ein Testament klar geregelt werden. Darüber hinaus hilft ein Testamentsvollstrecker, die im Testament erfassten Verfügungen des Erblassers umzusetzen.
Daher hat ein Testamentsvollstrecker im Prinzip drei wichtige Aufgaben zu erfüllen: Der Wille des Erblassers soll durch ihn abgesichert werden, die Erben sollen vor sich selbst geschützt werden (was gerade bei Minderjährigen von Vorteil ist) und gerade bei mehreren Erben soll die Aufteilung der Erbschaft durch den Testamentsvollstrecker erleichtert werden. Durch die Verpflichtung zu Unparteilichkeit wird ein Notar häufig als Testamentsvollstrecker eingesetzt, denn der Notar begleitet den Erblasser oftmals schon bei der Erstellung des Testaments und der Vermögensnachfolge und kennt entsprechend dessen Willen und oftmals auch schon die Erben.

Häufige stellt sich die Frage nach der Vergütung eines Testamentsvollstreckers und hier gibt es im Gesetz nur die Formulierung der „angemessenen Vergütung“, sofern der Erblasser keine andere Bestimmung vorgesehen hat. Allerdings ist die Formulierung „angemessene Vergütung“ sehr subjektiv, so dass hier eine Orientierung hilfreich ist. Der Deutsche Notarverein hat daher eine Tabelle veröffentlicht, anhand derer man die ungefähre Vergütung des Testamentsvollstreckers ersehen kann. Als Bezugsgröße ist hier der Wert des Nachlasses maßgeblich:

Neue Rheinische Tabelle für Vergütungen von Testamentsvollstreckern

Wert des Nach­lasses (Euro) Vergütungs­grund­betrag
Bis 250 000 Euro 4 Prozent
Bis 500 000 Euro 3 Prozent (mind. der höchste Betrag der Vorstufe, also 10.000€)
Bis 2 500 000 Euro 2,5 (mind. der höchste Betrag der Vorstufe, also 15.000 €)
Bis 5 000 000 Euro 2 Prozent (mind der höchste Betrag der Vorstufe, also 62.500 €)
Ab 5 000 000 Euro 1,5 Prozent (mind. der höchste Betrag der Vorstufe, also 100.000 €)

Abschließend bleibt festzuhalten, dass diese Werte nur eine Orientierung bieten. Gesetzlich bindend sind sie nicht.